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Töpfer-Darstellungen und -Workshops

Krüge und Schalen aus Terra Sigillata

Infos zu Terra Sigillata (Teil 1)

Die am markantesten und schönste Keramik in der römischen Zeit ist die Terra Sigillata. Als Terra Sigillata wird eine mit Fabrikantenzeichen (Namensstempel) versehene rotglänzende Keramik bezeichnet. Sie wurde in großen Mengen entweder aus Formschüsseln oder als glatte Drehscheibenware hergestellt.

Die ursprüngliche, römische Bezeichnung für diese Keramikart ist nicht überliefert. Für Produkte aus Arezzo, dem antiken Arretinum, scheint der Name „vasa Arretina“ verwendet worden zu sein. Die in der englischen Fachliteratur häufig verwendete Bezeichnung der gallischen Terra Sigillata als „samion“ Ware oder „samion pottery“ geht auf die von dem römischen Schriftsteller Plinius (23 bis 79 n. Chr.) erwähnte „vasa samia“ zurück. Ob es sich hierbei tatsächlich um Terra Sigillata handelt oder um eine andere rote Feinkeramik von der griechischen Insel Samos, weiß man nicht.

Die heutige Bedeutung des Namens „Terra Sigillata“ stammt aus der französischen Forschung des 19. Jhd. Und bedeutet „mit Siegellack überzogene Erde“.

Die Entstehung der roten Terra Sigillata wird im 1. Jhd. v. Chr. im vorderem Orient angenommen. Ein orientalischer Grieche war auch der erste Großfabrikant der Terra Sigillata, namentlich Marcus Perennuis Tigranus. Er ließ sich mit einigen orientalisch-griechischen Töpfern in der alten Töpferstadt Arretinum (Arezzo) nieder und brachte 40 v. Chr. Eine Massenproduktion von Keramik in Gang. Diese exportierte er in alle Teile des Imperiums und über dessen Grenzen hinaus.

Die Relieffiguren auf der Keramik waren von griechischen Metallgefäßen ab geformt, was man mit dem Fund von Silberschalen, welche als Prototypen gedient hatten, begründet. In zentraler Anordnung waren die Figuren in die Formschüssel eingestempelt.

Die Formschüssel mit ihren eingestempelten Ornamenten entwickelte sich aus den schwarzen „megarischen“ Bechern der hellenistischen Zeit. Das Herstellen und Entwerfen der Formschüssel geschah oft in den Wintermonaten. Auf der Scheibe dreht de Töpfer zunächst eine Formschüssel. Anschließend drückt er in den weichen Ton der Innenwand mit Punzen aus Metall, Holz oder gebrannten Ton verschiedene Motive ein. Dies geschah nach einem bestimmten Muster. Zuerst wurden die obersten und untersten Verzierungen angebracht. Diese bestanden meistens aus Eierstab, Perlstäbe oder Zickzackstreifen. Danach wurde die Schüssel in gleichgroße Fächer aufgeteilt und mit Menschen, Göttern, Vögeln, Hunden, Katzen, Früchten, Blättern usw. verziert.

Ornamentzonen weisen Göttergestalten, Jagd- und Circusszenen, Wein- sowie Efreuranken, Masken, symbolische Zeichen sowie geometrische Muster auf.

Im Schnitt wurden sieben verschiedene Punzen benutzt und je nach Stilempfinden des Töpfers in gleiche oder verschiedene Gruppen drapiert. Jeder Formschüsselhersteller verfügte über einen eigenen Satz von Punzen, die er beliebig variieren konnte. Zusätzlich wurde in die Formschüssel der Namensstempel des Herstellers eingedrückt.

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